11. Im Namen Gottes

Schon an morgen denkend stieg ich die Stufen des Podestes hinab...
Da ein Geweihter und eine Sklavin das Britisch - Russische Empire nicht auf dem gleichen Weg verlassen, waren wir monatelang getrennt worden. Aber letztendlich sollte ich sie wiedersehen, dieses Mal mit unverschleiertem Gesicht…oh meine innige Liebe, mein Augapfel !
Als ich dem ersten Soldaten-Bürger in Richtung der Angeklagtentür folgte, sprang ein Mann aus der Menschenmenge und richtete eine Feuerwaffe auf mich… Bereits durch meine Eskorte auf den Boden gedrückt, hörte ich seine, durch die Detonationen der Automatik-Pistole unterbrochenen, Worte:

-Im Namen Gottes, stirb Verräter !

Ich fühlte meinen Körper erschlaffen und sich unaufhaltsam durch die Schwerkraft erfassen lassen. Der Ausdruck in den blutunterlaufenden Augen meines Angreifers ließ mein Herz vor Entsetzen zu Eis erstarren, auch wenn ich ihn als fanatischen Wahn erkannte.

Im Folgenden überwältigte man ihn, aber wie man mir sagte, nahm er sich das Leben, oder vielmehr, seine Lebensfunktionen verließen ihn… ein Vorgang der schwer erklärbar ist, außer durch die Wirkung von unendlich zerstörerischen Drogen, die die Sekte benutzt... der wahre Fadenzieher des Mordversuches auf mich.

Ich habe "Versuch" geschrieben, da ich mehrere Tage nach diesem schrecklichen Ereignis in einem Bett des Medizin-Unterministeriums erwachte...

10. Tribunal - Novelle