29. Das Levanten-Empire

Das Levanten-Empire ist eine politische Entität von kaum 17 Jahren, aber dennoch bleibt einem in Hinblick auf seinen fulminanten Erfolg nur Respekt oder Furcht.

Ursprünglich schwamm die ganze Levante in einer mittelalterlichen Atmosphäre, jedoch wurde in einigen Eckchen der Renaissance ein moderner Geist geboren. Es war dieser Modernismus, der die Bourgeoisie dazu ermunterte seine Sprösslinge in die UR oder in die FNA zu schicken um ihre Studien im Okzident fortzusetzen.
Als im Jahre 50 UR (1842) das BRE China unter Druck setzte Opium zu produzieren, obwohl dies durch die chinesischen Gesetze verboten war, begriffen die Söhne Nippons, daß sie die nächsten auf der Liste wären, wenn sie nichts unternähmen.

Der Schogun versuchte das Land zu modernisieren, doch infolge des mitgeschleiften feudalen Gewichts versagte er und wurde durch die extremistischen Reformer in Frage gestellt.
Ein Bürgerkrieg brach zwischen einigen Daimios aus. Die Partisanen der Reform gewannen und so wurde das Levanten-Empire 76 UR (1868) errichtet, um die Nation vor sich selbst und vor dem Okzident zu retten.
Bereits bei seiner Geburt war das neue Empire eine Chimäre zwischen Levante und Okzident.

Der Emperator Meiji wurde auf den Thron der geeinten und zentralisierten Nation gesetzt. Er hatte jegliche vorstellbare Berater zu seiner Disposition : Weise der Alten Schule sowie die Diplomanten der okzidentalen Universitäten.


Japan lebte zu dieser Epoche quasi in Autarkie. Die technische Revolution erlaubte die hohen Erträge in der Landwirtschaft, der Industrie... befreite einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung von der körperlichen Arbeit.
Alsdann wurden die Stellen der neuen Administration und der neuen Armee erweitert, und dienten 82 UR (1874) prompt zum «Schutz » d.h. zum Einmarsch und zum Verwalten Koreas und der Philippinen.

Trotz seiner Aggressivität sahen die nicht unterworfenen Völker Asiens im Levanten-Empire einen Verfechter der asiatischen Kultur gegenüber des ökonomischen, okzidentalen Kolonialismus. Deshalb weitete sich die Einflusszone des LE in den Norden Chinas ausa Zahlreiche chinesische Provinzen spalteten sich ab und wurden vor drei Jahren angeschlossen.

Um sich einen steigenden Einfluss auf den Orient zu sichern, institutionalisierte der Emperator den Levantentag (eine Versammlung von Repräsentanten in Tokio) und bestimmte für jede der «  neun Sphären des Co-Aufschwungs » die Co-Präfekten, welche aus der lokalen Bevölkerung  ausgewählt wurden. Er förderte die Bildung (besonders die chinesischen Schriftzeichen) und ihre Integration in die Administration.


Seit kurzem versucht das LE in Zusammenarbeit mit dem Osmanischen Empire einen Block aus noch blockfreien Staaten zu konstitutionalisieren. Das Gewicht des LE ist nicht unbedeutend, da es die fortschrittlichste U-Boot-Flotte der Welt besitzt. Jedoch werden einige Sektoren, wie die Luft- und Raumdomäne, den Verträgen mit der UR folgend, vom LE vollständig ignoriert.
Zur Stunde verhandelt das LE mit Neu-Spanien, um ihm Kalifornien abzukaufen. Die UR hatte seinem hispano-amerikanischen Verbündeten klargemacht, daß, falls Kalifornien je ein Gegenstand einer Transaktion werde, es ein Vorkaufsrecht verlange. So hängt die Zukunft der Menschheit vielleicht von Kalifornien ab, ein von einfachen Menschen besiedeltes Stückchen Erde : Indianer, Hispano-Amerikaner und Asiaten.

28. Nov-Art - 30. Tastatur