28. Die Nov-Art

Vor etwa 15 Jahren hat die extreme Produktionsrationalisierung der Massenkonsummittel jegliche menschliche Natur in der bewegten und unbewegten Umgebung der Bürger der Universellen Republik aufgehoben.

Als Reaktion auf diese Vereinheitlichung der Inneneinrichtung haben sich die hohen Funktionäre und reichen Selbständigen dazu entschlossen die jungen Handwerker und Künstler des Unterhaltungsministeriums zu unterstützen; eine Wiedergeburt des Mäzenatentums.

Die Handwerks-Künstler nahmen an der Schaffung eines neuen Stils teil, in dem sie all ihren Positivismus verankerten, mit dem Ziel die Metropolen in diesen schweren Zeiten des ausklingenden Jahrhunderts wieder zu humanisieren. Sie schöpften sich den klassischen Mythen widmend aus dem heidnischen Unterbewusstsein der republikanischen Gesellschaft. So ließen sie in den belebten Wäldern die Elfenwesen und die Magie der vergessenen Träume wiederaufleben.

Als das Bewusstsein dieser künstlerischen Revolution dem großen Publikum bekannt wurde, ließ der Produktionsminister nach einer Übergangszeit eine Massenproduktpalette, die einen Teil dieser neuen künstlerischen Genialität verkörperte, einführen. Auch in der Architektur zeigten die neuen ministeriellen Gebäude pflanzenförmige und leuchtendere Kurven.

Der endgültige Schritt war die Adaptation der Bilder der Propaganda der UR in die Nov-Art, wie man sie in den meisten Gegenden bezeichnet, was zu einer vollständigen neuen künstlerischen Identität der UR führte. In der nun gereiften und ausgeglichenen Nov-Art der letzten Jahre konzentriert man sich auf die Reinheit und Schlichtheit der Elemente und weniger auf das Schnörkeldekor.

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